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Zinseszins: Mach mehr aus deinem Geld

Zinzeszins: Mach mehr aus deinem Geld

Sie haben den Begriff „Zinseszins“ wahrscheinlich schon gehört. Wissen Sie aber auch, was er bedeutet? Einfach ausgedrückt geht es darum, nicht nur vom Anfangskapital, sondern auch durch Reinvestition der Erträge Rendite zu erzielen – der Inbegriff eines „Geldbaums“. Dennoch unterschätzen die meisten dieses Phänomen. Die Folge können schlechte finanzielle Entscheidungen sein – etwa, erst spät mit dem Sparen zu beginnen.

Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?

Würden Sie heute lieber eine Million Euro oder einen magischen Cent erhalten, der sich einen ganzen Monat lang jeden Tag verdoppelt? Die meisten Menschen würden ohne nachzudenken die Million Euro heute wählen, diese Entscheidung im Laufe der Zeit jedoch bereuen. Warum? Weil diejenigen, die den magischen Cent wählen, bis Tag 31 ein Vermögen von 10,7 Mio. Euro anhäufen würden. 

Abbildung 1: Was ist besser: einmalig eine Million oder ein Cent, der sich einen Monat lang täglich verdoppelt?

Quelle: Invesco. Nur zur Illustration.

Dieses beliebte Gedankenexperiment verdeutlicht das Konzept des Zinseszinses. Es ist allerdings äusserst unwahrscheinlich, eine magische Münze (oder Anlagechance) zu finden, die eine tägliche Rendite von 100 % abwirft. Betrachten wir daher ein realistischeres Rechenbeispiel.

Angenommen, Sie verfügen über 5.000 Euro, die Sie zu einem jährlichen Zins von 8 % veranlagen können. Sie können ihren Ertrag jährlich entnehmen oder reinvestieren. Bei der ersten Variante wächst Ihr Kapital in 30 Jahren auf 17.000 Euro. Bei Wiederveranlagung der Erträge erzielen Sie jedoch sowohl auf ihre Erstinvestition als auch die angesammelten Erträge Renditen.

Abbildung 2: Die Kraft des Zinseszinses

Quelle: Invesco. Nur zur Illustration.

Wie Abbildung 2 zeigt, wächst Ihr Investment bei der zweiten Variante im ersten Jahr auf 5.400 Euro. Im zweiten Jahr wird jedoch nicht nur Ihr Anfangsinvestment von 5.000 Euro, sondern auch der Ertrag von 400 Euro des ersten Jahres verzinst. Da Sie Ihre Investition angelegt lassen und daher sowohl die Erstinvestition als auch die angesammelten Erträge Zinsen abwerfen, wird Ihre Investition weiter in immer schnellerem Tempo wachsen. Nach 30 Jahren wird sie sich auf über 50.000 Euro verzehnfacht haben. Natürlich kann keiner die Entwicklung der Geldmärkte voraussagen, daher sind bei jeder Art von Geldanlage auch Kapitalverluste möglich. Es kann passieren, dass Anleger den ursprünglich investierten Betrag nicht zurückerhalten. Alle Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.

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Sind Sie noch nicht davon überzeugt, wie der Zinseszinseffekt Ihrem Portfolio nützen kann? Dann lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie einer der Gründerväter der USA den Amerikanern auch Hunderte Jahre nach seinem Ableben noch half.

Ein ungewöhnliches Vermächtnis: das Zinseszins-Experiment von Benjamin Franklin

Benjamin Franklin war vielseitig. Er war Verleger, Wissenschaftler, Diplomat und Gründervater. Zudem war er Erfinder und suchte Lösungen für alltägliche Probleme. Auf ihn gehen beispielsweise der Blitzableiter und die Bifokalbrille zurück. Doch der Mann, dessen Porträt die Vorderseite des 100-Dollar-Scheins ziert, hatte auch viele Ideen zu Geld, die noch heute ihre Berechtigung haben.

Als Franklin 1790 starb, hinterliess er den Grossteil seines Geldes und seiner Vermögenswerte Familie und Freunden. Zusätzlich – und das könnte wie die Antwort auf einen Scherz wirken – bestimmte er, dass zwei Treuhandfonds mit jeweils 1.000 Pfund1 zugunsten der beiden Städte eingerichtet werden sollten, die er als sein Zuhause betrachtete: Boston und Philadelphia. Der Haken dabei? Beide Städte mussten einem 200-Jahres-Plan folgen, in dem Franklin die Nutzung des Geldes detailliert festlegte.

Der amerikanische Universalgelehrte hatte errechnet, dass eine geringe Geldsumme sogar bei einer niedrigen Rendite im Laufe der Zeit durch den Zinseszinseffekt zu einem Vermögen anwachsen könnte. Er legte fest, dass beide Städte die Schenkungen während der ersten 100 Jahre zur Unterstützung von Handwerkern nutzen mussten, die ihr eigenes Geschäft aufbauen wollten – durch das Gegenstück zu heutigen Kleinkrediten im 18. Jahrhundert. Die Kredite zu Zinsen unter dem üblichen Marktzins von 5 % sollten innerhalb von zehn Jahren zurückbezahlt werden. Die Zinserträge dieser Kredite sollten reinvestiert werden und Zinseszinsen abwerfen.

Nach diesen 100 Jahren war es den Städten gestattet, 75 % dieses Geldes zu entnehmen und für öffentliche Projekte zu nutzen. Der Rest musste jedoch ein weiteres Jahrhundert gehalten werden – und in Kredite für Händler investiert werden. Dadurch warf das Geld bis zum zweihundertsten Todestag von Franklin Zinseszinsen ab. Er ging davon aus, dass das Geld bis dahin für jede Stadt auf etwa 20 Millionen US-Dollar angewachsen sein sollte. Abbildung 3 zeigt die expotentielle Rendite, die der Zinseszinseffekt ermöglichen könnte.

Zwei Jahre nach dem Tod Benjamin Franklins wurde 1792 durch das Münzgesetz (Coinage Act) der US-Dollar als Landeswährung eingeführt. 1.000 Pfund zur Zeit von Franklins Tod entsprachen etwa 4.400 US-Dollar. Der heutige Gegenwert beträgt etwa 143.000 US-Dollar.

Abbildung 3: Welches Geldwachstum Franklin erwartete – in der Theorie

Quelle: Invesco. Wachstum samt Zinseszinseffekt von 4.400 USD unter der Annahme eines jährlichen Zinssatzes von 5 % und einer Entnahme von 75 % im Jahr 1890.

Franklin galt als unerschütterlicher Optimist. Er erwartete, dass Kreditnehmer ihre Kredite vollständig zurückzahlen würden, und bat ausserdem darum, dass seine 200 Jahre laufenden Treuhandfonds von altruistischen Fachleuten ehrenamtlich geleitet werden sollten.

Die Erwartungen von Franklin wurden zwar nicht ganz erfüllt. Doch sein Erbe unterstützte Tausende Menschen über zwei Jahrhunderte durch Kredite und finanzierte ein Wissenschaftsmuseum in Philadelphia sowie eine Fachschule in Boston. Zum 200-jährigen Jubiläum der Stiftungen 1990 betrug der Wert des Treuhandfonds von Boston 4,5 Mio. US-Dollar und jener von Philadelphia 2 Mio. US-Dollar.

All das gelang nur durch die Kraft des Zinseszinses.

Wie Sie von einem Sparplan profitieren können

Wir können nicht alle Benjamin Franklin sein, doch die meisten von uns könnten vom Zinseszinsen profitieren. Nehmen wir an, ein Lehrer aus Hamburg – nennen wir ihn Michael Schmidt – hat in der Vergangenheit zu seinem 30. Geburtstag 25.000 Euro von seiner Grossmutter geerbt. Er hat sich entschieden, den Betrag in einen ETF (börsengehandelten Indexfonds) zu investieren, der darauf abzielt, die Entwicklung des MSCI World Index nachzuvollziehen. Der Index erzielte in den letzten zehn Jahren (1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2022) eine annualisierte Rendite von 8,11 %, wobei Wertentwicklung der Vergangenheit nicht auf zukünftige Renditen schliessen lässt.

Jeden Monat überwies er 150 Euro von seinem Gehalt auf sein Anlagekonto und hob keinen Cent ab, bis er 65 Jahre alt war. Wie viel, schätzen Sie, wäre ein Portfolio dann wert gewesen?

Abbildung 4: Vermögenswachstum

Quelle: Sparplanrechner von Invesco. Vergangenheitswerte geben keinen Aufschluss über die künftige Wertentwicklung einer Anlage.

In den 35 Jahren zwischen seiner Erstinvestition und seinem 65. Geburtstag hätte das Portfolio von Michael auf bis zu 779.094 Euro anwachsen können. Es wäre aus einer Anlage von 25.000 Euro und monatlichen Zahlungen von insgesamt 63.000 Euro entstanden. Doch die Investition allein wäre um 691.094 Euro gewachsen.

Für die obige Berechnung haben wir unseren Sparplanrechner genutzt. Probieren Sie ihn selbst aus, um zu sehen, ob Sie durch regelmässiges Sparen Ihre langfristigen finanziellen Ziele hätten erreichen können.

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FAQs – Häufig gestellte Fragen

Zinseszinsen sind Erträge, die zuvor verdiente Zinsen abwerfen.

Zinseszinsen können zu schnellerem oder höherem Wachstum Ihrer Investitionen oder Ersparnisse führen. Das gilt jedoch auch für Ihre Schulden. Wenn Sie eine Kreditkarte oder einen Kredit haben, fallen Zinsen nicht nur auf den ursprünglichen Schuldenbetrag, sondern auch auf jegliche unbezahlte Zinsen an, mit denen Ihr Konto zuvor belastet wurde.

Fussnoten

  • Zwei Jahre nach dem Tod Benjamin Franklins wurde 1792 durch das Münzgesetz (Coinage Act) der US-Dollar als Landeswährung eingeführt. 1.000 Pfund zur Zeit von Franklins Tod entsprachen etwa 4.400 US-Dollar. Der heutige Gegenwert beträgt etwa 143.000 US-Dollar.

Wesentliche Risiken

  • Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.  

Wichtige Informationen

  • Dies ist Marketingmaterial und kein Anlagerat. Es ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anlageklasse, eines Wertpapiers oder einer Strategie gedacht. Regulatorische Anforderungen, die die Unparteilichkeit von Anlage-/Anlagestrategieempfehlungen verlangen, sind daher nicht anwendbar, ebenso wenig wie das Handelsverbot vor deren Veröffentlichung.

    Die Ansichten und Meinungen beruhen auf den aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern.

    Stand der Daten: 17. April 2023, sofern nicht anders angegeben.

    EMEA 2841608 /2023