Rückblick auf die ETF-Zuflüsse im Januar
Der Januar bescherte EMEA-ETFs mit Nettoneuzuflüssen in Höhe von 54,7 Mrd. USD einen aussergewöhnlich starken Jahresauftakt. Dies ist das höchste monatliche Volumen seit Aufzeichnungsbeginn und trieb das gesamte verwaltete Vermögen auf einen neuen Höchststand von 3,38 Bio. USD. Obwohl Zuflüsse zu Jahresbeginn üblich sind, stach dieser Monat nicht nur durch sein Volumen hervor, sondern auch durch deutliche Verschiebungen in der Positionierung der Anleger über alle Assetklassen hinweg.
Aktien – Weiterhin höhere Risikobereitschaft ausserhalb der USA
Aktien-ETFs dominierten weiterhin das Geschehen und zogen 43,1 Mrd. USD an, da Anleger Risiko vor allem in Regionen ausserhalb der USA aufbauten. Globale Kernaktien verzeichneten Zuflüsse von 9,4 Mrd. USD, ihr Anteil an der Gesamtnachfrage sank jedoch, da sich die Kapitalströme stärker in Richtung Schwellenländer und Europa verlagerten. Diese Rotation deutet darauf hin, dass Anleger ihre Portfolios angesichts eines schwächeren US-Dollars und geopolitischer Unsicherheit verstärkt weg von US-Vermögenswerten diversifizieren. US-Aktien blieben zwar im positiven Bereich, das Interesse konzentrierte sich jedoch auf Equal-Weight-Strategien des S&P 500, da Anleger eine breitere Faktor-Gewichtung anstrebten.
Anleihen – Momentum beim Cash-Management hält an
Anleihen-ETFs generierten Zuflüsse in Höhe von 13,2 Mrd. USD, erneut angeführt von der starken Nachfrage nach Cash-Management-Lösungen. Diese Strategien machten 2,2 Mrd. USD der Januar-Zuflüsse aus und verstärkten den Trend aus dem Jahr 2025: Die Suche nach renditestärkeren Alternativen bei geringer Volatilität. Auch Staatsanleihen aus Schwellenländern sowie globale Staatsanleihen trugen massgeblich zur Nachfrage im Anleihenbereich bei.
Rohstoffe – Edelmetalle zwischen Rallye und Ausverkauf
Einer dramatischen Rallye bei Edelmetallen zu Monatsbeginn folgte eine ebenso scharfe Trendwende, die Ende des Monats zu Gewinnmitnahmen bei Gold- und Silber-ETCs führte. Diese Verschiebung löste Abflüsse in Höhe von 2,4 Mrd. USD aus – ein deutlicher Dämpfer in einem ansonsten über alle Anlageklassen hinweg starken Monat.
Schwerpunktthemen in diesem Monat
- Edelmetalle glänzen trotz Volatilität
Das makroökonomische und geopolitische Umfeld bleibt für Edelmetalle unterstützend.
- Die Rotation hält an
US-Aktien bleiben hinter den meisten anderen Märkten zurück, und wir sehen kaum Anzeichen dafür, dass sich diese anhaltende Umschichtung umkehren wird.
- Neue Chancen bei AT1-CoCo-Bonds
Für europäische Anleger, die aufgrund eines schwächeren Dollars weg von USD-Anlagen diversifizieren möchten, könnten EUR AT1s eine spannende Gelegenheit darstellen.