Warum waren die Preise Anfang 2026 so volatil ?
Edelmetalle und Aktien von Bergbauunternehmen erlebten fast während des gesamten Januars 2026 einen starken Aufschwung, fielen gegen Ende des Monats aber wieder deutlich zurück . Trotz der erheblichen Rückgänge verzeichnen diese Metalle mit Stand vom 10. Februar 2026 noch immer positive Zuwächse für dieses Jahr.
- Geopolitische Spannungen. Verschärfte geopolitische Spannungen spielten wahrscheinlich eine Rolle für die Nachfrage nach Edelmetallen und zugehörigen Instrumenten. Die Preissteigerung zu Jahresbeginn erfolgte sehr rasant, was bedeutete, dass viele technische Messgrössen nahelegten, dass diese Metalle überkauft wurden. Auch wenn westliche Futures nicht überlaufen erschienen, haben wir eine Steigerung der Optionsmarktaktivität beobachtet, vor allem bei Call-Optionen Ende 2025 und Anfang 2026.
- Neuigkeiten von der Fed und Aufschwung des US-Dollars. Die Schwäche von Gold und Silber Ende Januar ergab sich teilweise als Reaktion auf die Nachricht, dass Präsident Trump Kevin Warsh und nicht Rick Rieder zum Vorsitzenden der US-Notenbank Fed ernennen wird. Warsh gilt als etwas restriktiver. Auch wenn die Beziehung zwischen Zinssätzen und Gold sich in den letzten Jahren abgeschwächt hat, ist sie noch immer vorhanden. Diese wurde weiter verstärkt, da die Erträge von Microsoft den Markt enttäuschten und zu einer Schwäche bei Aktien führten. Diese beiden Neuigkeiten führten dazu, dass der US-Dollar einen Aufschwung erlebte und einige Anleger den liquideren Teil ihres Portfolios einschliesslich der Positionen in Edelmetallen verkauften.
- Geringe Liquidität. Für Silber blieben die Liquiditätsbedingungen am Londoner Markt schwierig, da einige Marktteilnehmer deutlich mehr Priorität darauf lenkten, das physische Metall zu erwerben. Dies bedeutete, dass die Leasingraten gestiegen waren – ein klassisches Anzeichen für einen angespannten Markt und eine Gefahr, dass die Märkte unter Druck geraten und eine höhere Volatilität aufweisen.
Bietet Gold Schutz vor Negativereignissen?
Ein Blick auf den Markt für physische Goldprodukte der vergangenen fünf Jahre verdeutlicht, dass die Nachfrage der Anleger zu zwei bestimmten Zeiten am stärksten war: in den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie und während des russischen Einmarschs in die Ukraine. In beiden Fällen waren die Unsicherheit und Volatilität besonders hoch.
Es ist wichtig zu beachten, dass Gold keinen echten „Schutz“ bietet, da es keine Garantien gibt. Wie bei anderen Anlagen auch kann der Goldpreis fallen und steigen. So ist es auch möglich, dass Anleger den investierten Betrag nicht zurückerhalten.
Bisher hat Gold jedoch oftmals einen „Puffer“ gegen Abwärtsrisiken geboten, die Unsicherheit und Schwankungen für ein Aktienportfolio mit sich bringen können. Zudem hat sich Gold bewährt bei plötzlichen Inflationsanstiegen und in Zeiten einer „Stagflation“ – also in Phasen, in denen hohe Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wachstum gleichzeitig auftreten.
In den vergangenen 50 Jahren war Gold eine der wenigen Anlageklassen, deren Wert sich tendenziell entsprechend der Inflationshöhe und -änderung entwickelt hat. Mit anderen Worten: Der Goldpreis ist in der Regel gestiegen, wenn die Inflation höher als üblich war und angestiegen ist.
Sind Edelmetalle auf diesem Niveau überbewertet?
Die Bewertung finanzieller Anlagen bedeutet in der Regel, dass eine Art von Einnahmeströmen prognostiziert wird und dass dann diese Cashflows diskontiert werden. Das ist für Gold und andere Edelmetalle nicht möglich, da diese üblicherweise gehalten werden (wofür Kosten entstehen) und keine Cashflows generieren.
Im Vergleich zu Anlagen wie Öl wirken Edelmetalle überbewertet gegenüber ihren historischen Kennzahlen. Aber gegenüber vielen anderen finanziellen Anlagen, wirken sie nicht überbewertet.
Da das Angebot an Gold und Silber relativ stabil ist, beeinflusst die Nachfrage nach diesen Metallen die Preise tendenziell. Zudem sind die Märkte für Gold, Silber und Platin nach wie vor sehr klein im Vergleich zum Aktienmarkt (siehe nachstehende Tabelle). Wenn Anleger also selbst nur einen kleinen Teil von konventionellen Anlagen in Edelmetalle umschichten, kann dies einen erheblichen Einfluss auf den Markt haben.
Wir erkennen einen beträchtlichen Spielraum für private Anleger, ihre Portfolios durch Instrumente für Edelmetalle zu diversifizieren.