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Monatliches Obligationen-Update

Invescos monatliches Obligatonen-Update

Renditen von Anlageklassen

Dank einer Stabilisierung der Staatsobligationrenditen und engerer Credit Spreads schlossen die Obligationmärkte den März nach zwei schwachen Monaten größtenteils im Plus. Während die Wirtschaftsdaten gemischt ausfielen, wurden die Signale der Zentralbanken im Allgemeinen als akkommodierend interpretiert. Dadurch bleibt eine gewisse Lockerung der Geldpolitik im weiteren Verlauf dieses Jahres wahrscheinlich.

Im März gab die Reserve Bank of Australia ihren Straffungskurs auf, die beiden Falken im geldpolitischen Ausschuss der Bank of England (die für weitere Zinserhöhungen gestimmt hatten) stimmten dafür, die Zinsen unverändert zu lassen, und die Schweizerische Nationalbank überraschte die Märkte mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. Trotz ihrer ersten Zinserhöhung seit 17 Jahren machte auch die Bank of Japan keine klaren Andeutungen auf eine weitere Straffung der Geldpolitik. Allerdings führte die fehlende Visibilität in Bezug auf das Tempo künftiger Zinserhöhungen dazu, dass der Yen wieder auf über 150 gegenüber dem US-Dollar abwertete, was die japanische Notenbank dazu bewegen könnte, doch schon bald weitere Zinserhöhungen in Aussicht zu stellen. Die akkommodierende Haltung der Zentralbanken stützte auch die Aktienmärkte und der S&P 500 erreichte ein neues Allzeithoch.

Renditen von Anlageklassen – März 2024
Renditen von Anlageklassen  – März 2024

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Mit Ausnahme von Unternehmens-Hybridobligationen, die einen starken Monat hatten, war die Performance von USD- und EUR-Obligationen gedämpft und die Renditen waren am Monatsende größtenteils etwas höher als Ende Dezember. Großbritannien war der Ausreißer nach unten, da unerwartet hohe Inflationsdaten hier zu einer negativen Performance für Staatsaobligationen (Gilts), inflationsgebundene Staatsobligationen (Linkers) und Kreditanlagen führten.

Staatsobligationen und inflationsgebundene Obligationen

Staatsobligationen und inflationsgebundene Obligationen schnitten im März gut ab, obwohl die US-Obligationmärkte nicht mit den europäischen Märkten mithalten konnten. Britische Staatsobligationen zeigten eine besonders gute Performance, nachdem die Inflationsdaten niedriger als erwartet ausfielen und die Bank of England eine akkommodierendere Haltung eingenommen zu haben scheint.

US-Staatsobligationen

US-Staatsobligationen legten am Monatsanfang kräftig zu, was vor allem auf den schwächeren US-Arbeitsmarktbericht zurückzuführen war. Die Zahlen zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft fielen zwar besser aus als erwartet. Die Werte für die beiden Vormonate wurden jedoch deutlich nach unten korrigiert und die Arbeitslosenquote stieg auf 3,9%. Zur Monatsmitte reagierten die Obligationmärkte mit steigenden Renditen auf neue Inflationsdaten, da sowohl die Gesamtrate der Verbraucherpreisinflation als auch die Kerninflation leicht über den Markterwartungen lagen. Bis zum Monatsende gingen die Renditen dann wieder zurück, nachdem die US-Notenbank (Fed) andeutete, dass sie nach wie vor davon ausgeht, die Zinssätze bis Ende 2024 um 75 Basispunkte zu senken.

US-Staatsobligationen
US-Staatsobligationen

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Staatsobligationen der Eurozone

Die Staatsobligationmärkte der Eurozone folgten einem ähnlichen Muster wie US-Staatsobligationen: Nach einer anfänglichen Rally gaben sie ihre Zugewinne im Monatsverlauf ab, bevor sie zum Monatsende wieder Auftrieb erhielten. Die obligationemärkte der Peripherieländer der Eurozone setzten ihre positive Performance am Monatsanfang zunächst fort und der Renditeabstand italienischer und spanischer Obligationen zu deutschen Bundesobligationen sank auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Bis zum Monatsende gaben diese Obligationen einen Teil ihrer Gewinne dann jedoch wieder ab.

Staatsobligationen der Eurozone
Staatsobligationen der Eurozone

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Britische Staatsobligationen

Für britische Staatsobligationen (Gilts) war der März ein guter Monat. Wie US-Staatsobligationen starteten Gilts stark in den Monat, bevor sie zur Monatsmitte einen Teil ihrer Gewinne wieder abgaben. Nachdem es einige Anzeichen von Schwäche bei den Arbeitsmarktdaten gab und auch die Gesamt- und Kerninflation etwas niedriger ausfielen als erwartet, änderten die beiden Falken im geldpolitischen Ausschuss der Bank of England jedoch ihr Votum von einer weiteren Zinserhöhung zu einer Beibehaltung der Zinssätze. Dadurch erhielt der Gilt-Markt zum Monatsende kräftigen Auftrieb.

Britische Staatsobligationen
Britische Staatsobligationen

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Was Anleger im Blick haben sollten...

... Zentralbankäußerungen zu Zeitpunkt und Ausmaß von Zinssenkungen.

Investment Grade-Obligationen

Die Spreads von Investment Grade-Obligationen haben sich im März weiter verengt und waren am Monatsende 6-7 Basispunkte enger als Ende Februar. Der Hauptgrund für diese positive Entwicklung war erneut die insgesamt höhere Risikobereitschaft an den Märkten, die sich auch in einer Aktienmarktrally mit neuen Allzeithochs für marktbreite Indizes wie den MSCI World widerspiegelte. Ausschlaggebend für den „Risk on“-Modus der Märkte scheint das zunehmende Vertrauen zu sein, dass die Weltwirtschaft auf eine weiche Landung zusteuert, da sich die Zentralbanken anschicken, die Zinsen im weiteren Jahresverlauf zu lockern, um das Wachstum zu stützen, wenn sich die Inflation wieder ihren Zielwerten nähert.

Investment Grade-Obligationen
Investment Grade-Obligationen

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Was Anleger im Blick haben sollten...

... die Wirtschaftsdaten, da die Spreads bei einer harten Landung stark reagieren könnten.

Hochzinsobligationen und nachrangige Schuldinstrumente

Obligationen niedrigerer Ratingklassen schlugen sich im März unterschiedlich gut. Im Hochzinssegment verengten sich die Spreads von auf USD lautenden Obligationen um 13 Basispunkte, während EUR-Obligationen eine Spreadausweitung um 8 Basispunkte verzeichneten, was auf zunehmende Sorgen über mögliche Ratingherabstufungen und Umschuldungen bei einigen Emittenten zurückzuführen sein könnte. Unterdessen entwickelten sich nachrangige Schuldinstrumente weiterhin sehr gut. Die Spreads von auf EUR lautenden Hybrid-Unternehmensobligationen verengten sich um 12 Basispunkte und erreichten im Berichtsmonat den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Unterdessen verengten sich die Spreads von auf USD lautenden AT1-Obligationen um 13 Basispunkte, da der Markt im Nachgang des ersten Jahrestages der Credit Suisse-Abschreibungen seine Erholung fortsetzte.

Hochzinsobligationen und nachrangige Schuldinstrumente
Hochzinsobligationen und nachrangige Schuldinstrumente

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024.

Was Anleger im Blick haben sollten...

... den Ausblick für die Ratings von Hochzinsemittenten.

Zuflüsse in Obligationen-ETFs

Die Zuflüsse in Obligationen-ETFs blieben im März mit Nettoneuzuflüssen von lediglich 1,0 Mrd. USD verhalten, womit sich die Gesamtzuflüsse für Q1 auf 12,1 Mrd. USD erhöhten. Die Anlageflüsse nach Obligationkategorien waren uneinheitlich, was es schwierig macht, ein Muster oder eine Risikopräferenz zu erkennen. Cash Management-Strategien verzeichneten mit 0,9 Mrd. USD im März erneut die höchsten Nettoneuzuflüsse, gefolgt von ETFs auf EUR-Staatsobligationen (0,8 Mrd. USD), Hochzinsobligationen (0,7 Mrd. USD) und Green Bonds (0,3 Mrd. USD) sowie Obligationhen-ETFs mit fester Laufzeit (0,3 Mrd. USD). EUR IG-ETFs (-1,3 Mrd. USD) verzeichneten den zweiten Monat in Folge hohe Abverkäufen und auch ETFs mit Schwerpunkt Staatsobligationen der Schwellenländer (-0,7 Mrd. USD), gehebelte/inverse ETFs (-0,6 Mrd. USD, v.a. Auflösung von Positionen, die auf eine Versteilung der Zinskurve (2J-10J) von US-Staatsobligationen setzten) und Inflationsstrategien (-0,3 Mrd. USD) mussten Abflüsse hinnehmen.

Die Obligationmärkte erholten sich im März von der schwachen Performance in den ersten beiden Monaten des Jahres, als sich zeigte, dass Obligationen Ende 2023 in der Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zu stark gestiegen waren. Nachdem die Erwartungen an Zinssenkungen inzwischen nach hinten verschoben worden sind, scheinen die Zentralbanken der Ansicht zu sein, dass die Markterwartungen jetzt weitgehend ihrem Zinsausblick entsprechen. Die Zentralbanken, die zu Beginn des Jahres im Allgemeinen eine eher restriktive Haltung eingenommen hatten, zeigten sich im März etwas akkommodierender. Dies deutet darauf hin, dass sie über das kurzfristige Rauschen der Wirtschaftsdaten hinwegsehen und sich auf die längerfristigen Aussichten konzentrieren werden. Das dürfte den Obligationmärkten zugutekommen, vor allem, wenn die ersten Zinssenkungen der großen Zentralbanken näher rücken.

Die fünf besten und schlechtesten Obligationen-ETF-Kategorien im März 2024
Die fünf besten und schlechtesten Obligationen-ETF-Kategorien im März 2024

Quelle: Bloomberg, Invesco, Stand 29. März 2024

Fußnoten

  • 1 Verbraucherpreisindex

    2 Treasury Inflation-Protected Securities (inflationsgebundene US-Staatsobligationen)

    3 Bruttoinlandsprodukt

    4 NNA = Net New Assets (Nettoneuzuflüsse)

    Quelle aller Daten und Grafiken: Invesco, Bloomberg, Stand: 29. Februar 2024. Alle Zahlen in USD

Wesentliche Risiken

  • Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.

Wichtige Informationen

  • Quelle aller Daten und Grafiken: Invesco, Bloomberg, Stand: 29. Februar 2024. Alle Zahlen in USD

    Dies ist Marketingmaterial und kein Anlagerat. Es ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anlageklasse, eines Wertpapiers oder einer Strategie gedacht. Regulatorische Anforderungen, die die Unparteilichkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen verlangen, sind daher nicht anwendbar, ebenso wenig wie das Handelsverbot vor deren Veröffentlichung.

    Quelle: Invesco/ Bloomberg. Stand der Daten: 29. Februar 2024, sofern nicht anders angegeben.

    Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen beruhen auf den aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern.

    EMEA3535343/2024