Nachrangige Obligationen-ETFs zielen auf ein Engagement in den renditestärkeren Segmenten des Obligationmarktes ab. Die ETFs für AT1-CoCo-Obligationen und die ETFs für auf Euro lautende Hybrid-Unternehmensanleihen konzentrieren sich auf Additional-Tier-1(AT1)-Pflichtwandelanleihen bzw. europäische Hybrid-Unternehmensanleihen – zwei Bereiche, die für ihr Ertragspotenzial und ihre strukturelle Komplexität bekannt sind. Diese ETFs sind darauf ausgelegt, einen diversifizierten Zugang zu Instrumenten weiter unten in der Kapitalstruktur zu bieten. AT1s sind eine Art hybrides Schuldinstrument, das vorwiegend von europäischen Banken als Eigenkapital begeben wird. Sie befinden sich innerhalb der Kapitalstruktur knapp unter vorrangigen Schuldtiteln. Diese Nachrangigkeit ist es, die die höhere Rendite bestimmt, nicht die Risikobereitschaft des Emittenten. Hybrid-Unternehmensobligationen ähneln AT1-Titeln auf vielerlei Art. Auch sie werden oft von bilanzstarken Unternehmen mit Investment-Grade-Rating emittiert. Der auffälligste Unterschied ist, dass AT1-Titel nur von Finanzinstitutionen, Hybrid-Unternehmensanleihen jedoch von Versorgern, Telekom- und anderen Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors emittiert werden. Hybrid-Unternehmensobligationen können für den Emittenten attraktiv sein, weil sie von Ratingagenturen teilweise als Anleihe und teilweise als Aktie gesehen werden. Das bedeutet, dass sie das Kreditprofil des Emittenten stärken können.