Warum waren die Preise Anfang 2026 so volatil ?
Edelmetalle und Aktien von Bergbauunternehmen erlebten fast während des gesamten Januars 2026 einen starken Aufschwung, fielen gegen Ende des Monats aber wieder deutlich zurück . Die Volatilität hielt größtenteils an, einschließlich eines weiteren starken Rückgangs im März. Ungefähr Mitte des Jahres 2026 liegt der Goldpreis in etwa dort, wo er zu Jahresbeginn stand (4.337 USD am 15. Juni 2026 gegenüber 4.310 USD Ende 2025).
- Geopolitische Spannungen. Verschärfte geopolitische Spannungen spielten wahrscheinlich eine Rolle für die Nachfrage nach Edelmetallen und zugehörigen Instrumenten. Die Preissteigerung zu Jahresbeginn erfolgte sehr rasant, was bedeutete, dass viele technische Messgrößen nahelegten, dass diese Metalle überkauft wurden. Der Konflikt im Nahen Osten hätte das Metall normalerweise unterstützt, doch der Markt konzentrierte sich stattdessen auf den inflationären Effekt höherer Ölpreise und die Möglichkeit steigender Zinsen, was zinstraglose Anlagen belasten würde.
- Fed-Nachrichten und die Rally des US-Dollars. Die Schwäche von Gold und Silber ganz am Ende des Januars war teilweise eine Reaktion auf die Nachricht, dass Präsident Trump Kevin Warsh, der als Inflationsfalke gilt, zum Vorsitzenden der Federal Reserve nominieren würde. Auch wenn die Beziehung zwischen Zinssätzen und Gold sich in den letzten Jahren abgeschwächt hat, ist sie noch immer vorhanden. Der Terminmarkt begann, eine Zinserhöhung vor Ende 2026 einzupreisen – ein deutlicher Wandel gegenüber den Monate zuvor erwarteten Zinssenkungen.
Bietet Gold Schutz vor Negativereignissen?
Wenn wir uns den Markt für physisch besicherte Gold-ETPs seit 2020 ansehen, erkennen wir, dass die Anlegernachfrage in drei klar abgegrenzten Phasen am stärksten war: in den ersten Monaten der COVID-Pandemie, beim Einmarsch Russlands in die Ukraine und zuletzt im Jahr 2025, als sich die Märkte verstärkt Sorgen über geopolitische Entwicklungen machten – insbesondere im Zusammenhang mit den direkten und indirekten Auswirkungen von Zöllen. In allen dieser Fälle waren die Unsicherheit und Volatilität besonders hoch.
Es ist wichtig zu beachten, dass Gold keinen echten „Schutz“ bietet, da es keine Garantien gibt. Wie auch bei anderen Anlagen kann der Goldpreis fallen und steigen. So ist es auch möglich, dass Anleger den investierten Betrag nicht zurückerhalten.
Bisher hat Gold jedoch oftmals einen „Puffer“ gegen Abwärtsrisiken geboten, die Unsicherheit und Schwankungen für ein Aktienportfolio mit sich bringen können. Zudem hat sich Gold bewährt bei plötzlichen Inflationsanstiegen und in Zeiten einer „Stagflation“ – also in Phasen, in denen hohe Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wachstum gleichzeitig auftreten.
In den vergangenen 50 Jahren war Gold eine der wenigen Anlageklassen, deren Wert sich tendenziell entsprechend der Inflationshöhe und -änderung entwickelt hat. Mit anderen Worten: Der Goldpreis ist in der Regel gestiegen, wenn die Inflation höher als üblich war und angestiegen ist.
Sind Edelmetalle auf diesem Niveau überbewertet?
Die Bewertung finanzieller Anlagen bedeutet in der Regel, dass eine Art von Einnahmeströmen prognostiziert wird und dass dann diese Cashflows diskontiert werden. Das ist für Gold und andere Edelmetalle nicht möglich, da diese üblicherweise gehalten werden (wofür Kosten entstehen) und keine Cashflows generieren.
Im Vergleich zu Anlagen wie Öl wirken Edelmetalle überbewertet gegenüber ihren historischen Kennzahlen. So lag das Verhältnis von Gold zu Öl beispielsweise nur einmal höher als heute – im Jahr 2020, als der globale Schiffsverkehr infolge der COVID-Pandemie stark beeinträchtigt war. Aber gegenüber vielen anderen finanziellen Anlagen, wirken sie nicht überbewertet.
Da das Angebot an Gold und Silber relativ stabil ist, beeinflusst die Nachfrage nach diesen Metallen die Preise tendenziell. Zudem sind die Märkte für Gold, Silber und Platin nach wie vor sehr klein im Vergleich zum Aktienmarkt (siehe nachstehende Tabelle). Wenn Anleger also selbst nur einen kleinen Teil von konventionellen Anlagen in Edelmetalle umschichten, kann dies einen erheblichen Einfluss auf den Markt haben.
Wir erkennen einen beträchtlichen Spielraum für private Anleger, ihre Portfolios durch Instrumente für Edelmetalle zu diversifizieren.