Insight Mehr als passiv: Die wachsende Rolle von ETFs in der betrieblichen Altersvorsorge

Vogelperspektive auf zahlreiche bunte Regenschirme

Kurz zusammengefasst

  • Deutsche Pensionseinrichtungen steuern sowohl bestehende leistungsorientierte Verpflichtungen als auch wachsende beitragsorientierte Versorgungsmodelle. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Kapitalanlage.

  • ETFs haben sich von taktischen Umsetzungsinstrumenten zu vielseitigen Portfoliobausteinen weiterentwickelt. Sie können De-Risking-Strategien, differenzierte regionale Allokationen und Life-Cycle-Modelle unterstützen.

  • Transparenz, Kosteneffizienz und eine verlässliche Unterstützung bei der Umsetzung gewinnen zunehmend an Bedeutung – Bereiche, in denen ETFs und ETF-Anbieter Mehrwert bieten können.

Unterschiedliche Versorgungsmodelle, unterschiedliche Anlageziele

Die deutsche Pensionslandschaft ist heute sowohl von langfristig bestehenden leistungsorientierten (DB-) Verpflichtungen als auch von wachsenden beitragsorientierten (DC-) Versorgungsmodellen geprägt. Neu eingeführte Modelle werden zunehmend beitragsorientiert ausgestaltet. Gleichzeitig bleiben bestehende DB-Verpflichtungen substanziell und müssen noch über Jahrzehnte hinweg verwaltet werden.

Die Steuerung bestehender DB-Verpflichtungen bleibt ein zentrales Thema. Kapitalanlageverantwortliche stehen daher vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen bestehende Verpflichtungen risikoärmer aussteuern und gleichzeitig neue beitragsorientierte Modelle mit einem noch vergleichsweise kleinen, aber wachsenden Vermögensbestand aufbauen. Dabei bewegen sie sich in einem Markt, der durch hohe regulatorische Anforderungen, unterschiedliche Durchführungswege und ausgeprägtes Risikobewusstsein geprägt ist.

Hinzu kommen steigende Anforderungen an Governance und Transparenz, anhaltender Kosten- und Effizienzdruck sowie zum Teil begrenzte interne Ressourcen. Gleichzeitig verlagert sich der Fokus zunehmend von der isolierten Auswahl einzelner Asset Manager hin zur ganzheitlichen Portfoliokonstruktion. Diese Entwicklungen verändern auch die Wahrnehmung börsengehandelter Fonds (ETFs). Sie werden nicht mehr ausschließlich als taktische Instrumente betrachtet, sondern je nach Anlageziel können sie als flexible Bausteine zur Steuerung bestehender DB-Portfolios, zum Aufbau beitragsorientierter Versorgungslösungen und zur effizienten Umsetzung von Anlageentscheidungen eingesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, dass viele traditionelle Annahmen über ETFs nicht mehr dem heutigen Einsatzspektrum entsprechen.

Deutsche Pensionseinrichtungen bewerten ETFs neu

Veraltete Vorstellungen über ETFs können ihrer institutionellen Nutzung noch immer im Wege stehen. Während ETFs früher häufig als Produkte für Privatanleger oder taktische Allokationen betrachtet wurden, ziehen institutionelle Investoren sie heute zunehmend als strategische Instrumente in Betracht, um Anlageentscheidungen effizient und in großem Umfang umzusetzen.

ETFs haben ihre ursprüngliche Rolle erweitert

Früher wurden ETFs von vielen institutionellen Investoren vor allem für taktische Allokationen, Rebalancing-Maßnahmen oder Liquiditätsmanagement genutzt. Mit dem Ausbau des ETF-Angebots und den steigenden Anforderungen an Effizienz, Transparenz und Governance hat sich ihr Einsatzgebiet jedoch deutlich erweitert. Heute kommen ETFs nicht nur für kurzfristige Umsetzungen zum Einsatz, sondern können auch strategische Funktionen innerhalb von leistungs- und beitragsorientierten Versorgungssystemen übernehmen. Neben klassischen Indexlösungen stehen inzwischen aktive, Faktor-, Enhanced-Index- sowie spezialisierte Anleihe- und Kreditstrategien zur Verfügung, wodurch ETFs in deutlich mehr Bereichen der Portfoliokonstruktion eingesetzt werden können.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Die unterschiedlichen Ziele von leistungs- und beitragsorientierten Versorgungssystemen eröffnen verschiedene Einsatzfelder für ETFs. Bei bestehenden DB-Verpflichtungen stehen häufig Risikoreduzierung, Liquiditätssteuerung, planbare Zahlungsströme und eine angemessene Balance zwischen Vermögenswerten und Verpflichtungen im Vordergrund. Bei neueren beitragsorientierten Systemen gewinnen dagegen Skalierbarkeit, langfristiges Wachstum, Diversifikation und Kosteneffizienz an Bedeutung. ETFs können in beiden Bereichen einen effizienten Zugang zu breit diversifizierten Märkten und ausgewählten spezialisierten Segmenten eröffnen, deren Umsetzung über traditionelle Strukturen häufig aufwendiger oder kostenintensiver sein kann.

1. De-Risking und das Auslaufen von DB-Systemen
DB-Pläne wurden in der Vergangenheit nicht immer als naheliegendes Einsatzgebiet für ETFs betrachtet. Dieses Bild verändert sich jedoch zunehmend. Mit der stärkeren Ausrichtung auf benchmarknahe Risikosteuerung und der Reduzierung aktiver Risiken steigt die Nachfrage nach passiven Aktienanlagen, Enhanced Index-Ansätzen, kosteneffizienter Umsetzung und transparentem Risikobudgeting. ETFs können diese Anforderungen unterstützen.

Auch bei regionalen Allokationen können ETFs zusätzliche Flexibilität schaffen. Anstatt eine globale Aktienquote ausschließlich über einen breit gefassten, marktkapitalisierungsgewichteten Index abzubilden, können Pensionseinrichtungen einzelne Regionen gezielter steuern. Dazu zählen beispielsweise separate Allokationen in den USA, Europa oder den Schwellenländern sowie eine individuelle Ausrichtung von Währungs- und Risikobudgets. ETFs können dabei unterstützen, eine globale Allokation differenzierter an den spezifischen Anforderungen eines Portfolios auszurichten.

2. Skalierbare Bausteine für beitragsorientierte Versorgungsmodelle
Bei neueren beitragsorientierten Versorgungssystemen sind die verwalteten Vermögen zunächst häufig kleiner, wodurch Spezialmandate weniger effizient sein können, etwa aufgrund von Mindestanlagesummen, Kosten oder des erforderlichen Governance-Aufwands. ETFs ermöglichen bereits bei kleineren Anlagevolumina den Zugang zu breit diversifizierten Portfolios und können damit den schrittweisen Aufbau institutioneller Allokationen unterstützen, während die Versorgungssysteme wachsen.

Darüber hinaus können ETFs zur Umsetzung von Life-Cycle-Modellen eingesetzt werden. Dabei wird die strategische Vermögensaufteilung im Zeitverlauf an den Anlagehorizont und das Risikoprofil der Versorgungsberechtigten angepasst. Mögliche Bausteine umfassen globale und regionale Aktien, Schwellenländeranlagen, Investment Grade-Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, inflationsgebundene Anleihen und Liquiditätsanlagen. Verändern sich regulatorische Anforderungen, demografische Rahmenbedingungen oder Kapitalmarkteinschätzungen, können einzelne Komponenten angepasst oder ausgetauscht werden, ohne das gesamte Anlagekonzept neu strukturieren zu müssen.

3. Zugang zu spezialisierten Marktsegmenten
Deutsche Pensionseinrichtungen prüfen neben traditionellen Anlagen auch spezialisierte Marktsegmente. Dazu können Rohstoffe, insbesondere Gold, sowie bestimmte Bereiche der Kreditmärkte wie CLOs oder strukturierte Kreditstrategien zählen. ETFs sind eines der Instrumente, die einen schnellen Zugang zu diesen Anlagebereichen ermöglichen können, deren Umsetzung über andere Anlagevehikel häufig komplexer oder kostenintensiver sein kann. Über alle Anwendungsfälle hinweg bieten ETFs eine flexible Möglichkeit, Anlagestrategien innerhalb sich wandelnder deutscher Pensionssysteme umzusetzen.

Zentrale Fragen bei der institutionellen Nutzung von ETFs

Mit den wachsenden Einsatzmöglichkeiten stellt sich für deutsche Pensionseinrichtungen nicht nur die Frage, welche ETFs zur Verfügung stehen. Entscheidend ist vielmehr, welche Rolle sie innerhalb der bestehenden Portfoliostruktur, der Governance und der jeweiligen Anlageziele übernehmen können.

  • Wie ergänzen ETFs bestehende Mandate?
    ETFs müssen nicht als Ersatz für Spezialmandate verstanden werden. Sie können bestehende Mandate vielmehr gezielt ergänzen. Besonders in liquiden und gut erschlossenen Märkten können sie einen effizienten Zugang zu Marktsegmenten bieten, bei denen Transparenz und schnelle Umsetzung im Vordergrund stehen und der Mehrwert eines separaten Mandats begrenzter sein kann.
  • Werden ETFs für aktive oder passive Strategien eingesetzt?
    Zunehmend für beides. Anstatt zwischen aktiven und passiven Ansätzen wählen zu müssen, können Pensionseinrichtungen passive ETFs für die Kernallokation nutzen und diese mit aktiven, Enhanced Index- oder Faktorstrategien kombinieren. Auch aktive Anleihen-ETFs gewinnen an Bedeutung. Kredit- und Staatsanleihen-ETFs werden dabei immer häufiger als strategische Umsetzungsinstrumente und nicht nur als Handelsvehikel betrachtet.
  • Wie fügen sich ETFs in bestehende Governance-Strukturen ein?
    Die Effizienzgewinne im Bereich Governance zählen unserer Ansicht nach zu den am häufigsten unterschätzten Vorteilen von ETFs. Die tägliche Transparenz der Portfolios, die flexible Handelbarkeit und vereinfachte Berichtsprozesse können den administrativen Aufwand für Anlageausschüsse und Entscheidungsgremien reduzieren. Für Pensionseinrichtungen mit begrenzten internen Ressourcen kann diese operative Einfachheit entscheidend sein, um Skalierbarkeit, Effizienz und Governance-Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen.
  • Wie sollten unterschiedliche ETF-Strukturen bewertet werden?
    Wichtige Kriterien sind unter anderem physische versus synthetische Replikation, Gegenparteirisiken sowie die Konstruktion des zugrunde liegenden Index. Institutionelle Investoren benötigen in diesen Bereichen eine klare und fundierte Einschätzung, bevor Kapital allokiert wird, insbesondere wenn interne Risikorahmen dies erfordern. ETF-Anbieter können hierbei wertvolle Unterstützung leisten und helfen, die jeweiligen Vor- und Nachteile zu bewerten.

Der ETF-Anbieter als Umsetzungspartner

Deutsche Pensionseinrichtungen schätzen externe Expertise, behalten jedoch in der Regel die Verantwortung für ihre Anlageentscheidungen selbst. Dieses Selbstverständnis prägt auch die Erwartungen an ETF-Anbieter. Mit der zunehmenden Integration von ETFs in institutionelle Portfolios gewinnen Partnerschaften an Bedeutung, die nicht nur ein breites Produktspektrum bieten, sondern auch Portfolioanalysen, Unterstützung bei der Umsetzung und ein tiefes Verständnis der lokalen Governance-Anforderungen.

Mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung im ETF-Geschäft arbeitet Invesco mit institutionellen Investoren zusammen, um sie bei der Umsetzung unterschiedlicher Anlageziele zu unterstützen. Dazu gehört auch, die Rolle von ETFs innerhalb ihrer Anlagestrategien zu bewerten und deren Potenzial sowohl für leistungs- als auch für beitragsorientierte Versorgungssysteme gezielt zu nutzen.

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  • Wesentliche Risiken

    Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.
    ETFs unterliegen Marktrisiken. Indexengagements können eine Underperformance aufweisen. Regionale Allokationen können mit Konzentrationsrisiken verbunden sein. Bei der Umsetzung sollten die spezifischen Ziele der jeweiligen Pensionseinrichtung berücksichtigt werden.

    Wichtige Informationen

    Stand der Daten: 01.09.2026

    Dies ist Marketingmaterial und kein Anlagerat. Es ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anlageklasse, eines Wertpapiers oder einer Strategie gedacht. Regulatorische Anforderungen, die die Unparteilichkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen verlangen, sind daher nicht anwendbar, ebenso wenig wie das Handelsverbot vor deren Veröffentlichung. Die Ansichten und Meinungen beruhen auf den aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern.