Collateralised Loan Obligations (CLOs): Massgeschneidertes Risikoengagement
CLOs sind aktiv verwaltete Portfolios aus vorrangig besicherten Leveraged Loans, die in verschiedene Tranchen gebündelt sind und gemäss einer festgelegten Reihenfolge Cashflows an Investoren ausschütten. Zins- und Tilgungszahlungen fliessen zunächst an die ranghöchsten Tranchen, während nachrangige Schuldtitel sowie Equity Tranchen Verluste absorbieren, bevor vorrangige Investoren betroffen sind.
CLOs können Investoren eine attraktive Kombination aus Diversifikation, strukturellen Vorteilen und variabel verzinslichen Erträgen bieten. Ziel dieser Anlagevehikel ist es, den Spread zwischen den Zinserträgen der zugrunde liegenden Kredite und den Zahlungen an die Investoren zu nutzen – und so das Potenzial für attraktive Renditen zu schaffen.
Anleger können ihr individuelles Risiko-Rendite-Profil gezielt steuern, indem sie entweder in die vorrangigen Tranchen investieren, die in der Regel ein geringeres Risiko und niedrigere Renditen bieten, oder in die nachrangigen und Equity-Tranchen, die im Gegenzug für ein höheres Risiko ein höheres Renditepotenzial eröffnen.
Breit syndizierte Kredite: Skalierbarkeit und Liquidität
Ein syndizierter Kredit ist eine gemeinschaftliche Finanzierungsvereinbarung, bei der ein Konsortium von Kreditgebern einem einzelnen Kreditnehmer – etwa einem Unternehmen, Grossprojekt oder Staat – Kapital bereitstellt. Diese Struktur kommt dann zum Einsatz, wenn der Finanzierungsbedarf die Kapazität eines einzelnen Kreditgebers übersteigt oder spezifische Expertise in einer bestimmten Anlageklasse erforderlich ist. Durch die Bildung eines Konsortiums können Kreditgeber ihre Risiken diversifizieren und gleichzeitig Zugang zu grossvolumigen Finanzierungen erhalten, die für einzelne Institute nicht darstellbar wären.
Da sie von Banken initiiert und an institutionelle Anleger vertrieben werden, bieten syndizierte Kredite hohe Liquidität und Skalierbarkeit, gestützt durch einen etablierten Sekundärmarkt.
In Phasen erhöhter Ausfallraten hat der vorrangige und besicherte Rang von Krediten an der Spitze der Kapitalstruktur historisch zu relativ stabilen Renditen, höheren Rückzahlungsquoten und geringerer Volatilität im Vergleich zu nachrangigen Schuldtiteln geführt.
Direct Lending: Zusatzrendite aus Spread-Prämie
Direct Lending ist die direkte Bereitstellung von Fremdkapital an Unternehmen ohne Einbindung eines Vermittlers. Aufgrund ihrer geringeren Liquidität und des fehlenden Sekundärmarkts bieten sie in der Regel eine Spread-Prämie (Risikoaufschlag) von etwa 100 bis 300 Basispunkten gegenüber syndizierten Krediten. Kreditgeber halten den Kredit üblicherweise bis zur Rückzahlung oder Fälligkeit.
Da es sich beim Direct Lending um einen Buy-and-hold-Ansatz handelt, findet kaum aktiver Handel mit einzelnen Krediten statt, wodurch die mit marktwertbasierten (Mark-to-Market) Preisschwankungen verbundene Volatilität weitgehend entfällt. Die Direct Lending-Dokumentation ist in der Regel stark massgeschneidert, da sie die spezifischen Risiken jedes einzelnen Kreditnehmers und jeder Transaktion abbildet, anstatt einem standardisierten „One-size-fits-all“-Ansatz zu folgen. Dies ist wichtig, da es den Kreditgebern eine grössere Kontrolle ermöglicht, etwa um eine Reduzierung der Verschuldung durchzusetzen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Mittelabflüsse zu begrenzen und den Wert der Sicherheiten zu erhalten.
Distressed Credit: Hohes Risiko-/Renditepotenzial
Distressed Credit umfasst Anlagen in vorrangige Kredite von Unternehmen, die zu einem deutlichen Abschlag auf den Nennwert gehandelt werden, in der Regel aufgrund einer wahrgenommenen fundamentalen Schwäche. Die Renditen werden durch Investitionen in Unternehmen erzielt, bei denen sich längerfristig und durch verschiedene Massnahmen erhebliches Aufwärtspotenzial erschliessen lässt. Da Distressed Credit typischerweise mit höherer Volatilität und Restrukturierungsrisiken verbunden ist, zählt diese Anlageklasse in der Regel nicht zu den Kernallokationen von Pensionseinrichtungen. Dennoch können Pensionseinrichtungen über kleinere Beimischungen innerhalb breiterer Private Credit-Strategien an ihrem hohen Renditepotenzial partizipieren.
Fallstudie: Strategische Kombination von Direct Lending und syndizierten Krediten im Upper Middle Market
Nur zur Illustration. Innerhalb des europäischen Private Credit-Markts kann die Kreditvergabe an grössere, kapitalstarke Unternehmen – dem sogenannten Upper Middle Market (UMM) – für Pensionseinrichtungen besonders attraktiv sein, da die Bilanzen dieser Unternehmen durch Stabilität und Stärke überzeugen. Upper Middle Market-Kreditnehmer – typischerweise Unternehmen mit einem EBITDA von mindestens 50 Mio. EUR – verfügen in der Regel über eine solide Kapitalausstattung und stabile Cashflows, was sie zu einer potenziell stabilen und verlässlichen Quelle variabel verzinster Erträge macht.
Dieses Marktsegment profitiert von einer Mischung unterschiedlicher Finanzierungsoptionen. Für einige Kreditnehmer ist die direkte Kreditvergabe (Direct Lending) aufgrund der Schnelligkeit, Sicherheit und Flexibilität dieser Finanzierungsform vorzuziehen. Andere bevorzugen aufgrund seiner Grösse und Preisgestaltung den Markt für syndizierte Kredite. Und viele werden je nach Preis- bzw. Spread-Differenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen den beiden Lösungen wechseln.
- In Phasen schwacher Emissionstätigkeit im Markt für syndizierte Kredite weiten sich die Spreads für Neuemissionen aus (wie beispielsweise im Jahr 2022) wodurch die Aktivität im Direct Lending-Segment zunimmt.
- Umgekehrt können einige Kreditnehmer aus dem Upper Middle Market in Zeiten, in denen der Markt für syndizierte Neuemissionen stark ist und die Spreads sinken (wie im Jahr 2024 zu beobachten war), vom Direktkreditmarkt in die syndizierten Märkte wechseln.
Diese duale Strategie ermöglicht es Investoren, sowohl die Illiquiditätsprämie des Direct Lending zu vereinnahmen als auch von der Liquidität und Skalierbarkeit syndizierter Kredite zu profitieren. Darüber hinaus können vorrangig besicherte europäische Upper Middle Market-Kredite eine direkte Diversifikation für Portfolios bieten, die überwiegend aus festverzinslichen Obligationen bestehen, indem sie ein variabel verzinsliches Engagement mit eigenständigen Renditetreibern einführen. Diese Diversifikation trägt dazu bei, die Zinssensitivität zu reduzieren, und kann die Widerstandsfähigkeit des Portfolios in unterschiedlichen Zinsumfeldern unterstützen.
Für einen tieferen Einblick in den Upper Middle Market lesen Sie unser Whitepaper: Argumente für den europäischen Upper Middle Market
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