Insight

Die Rolle von Private Credit im heutigen Pensionsumfeld

Blick über die Themse und das Londoner Finanzviertel von einem modernen Gebäude aus, man sieht Büros der City und Flussverkehr.

Kurz zusammengefasst

Kein Nischensegment mehr

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Private Credit wird allgemein als Kreditvergabe ausserhalb des traditionellen Bankensektors definiert. Während diese Anlageform lange als Nische galt, zählt sie heute zu den am schnellsten wachsenden institutionellen Anlageklassen in Europa. 

Vier Private Credit-Segmente

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In diesem Artikel beleuchten wir vier Private Credit-Segmente, die für Pensionseinrichtungen relevant sein können: Collateralised Loan Obligations (CLOs), Direct Lending, breit syndizierte Kredite und Distressed Credit.

Liquiditäts- und Risikoprofile

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Private Credit-Anlagen unterscheiden sich vor allem durch ihre zugrunde liegenden Liquiditäts- und Risikoprofile, was zu unterschiedlichen Investmenterfahrungen und unterschiedlichem Renditepotenzial führt.

Während Pensionseinrichtungen darauf abzielen, sowohl ihre laufenden Erträge zu steigern als auch ihre Portfolios breiter zu diversifizieren, rücken nicht-traditionelle Anlageklassen zunehmend in den Fokus. Europäische Private Credit-Anlagen können im Vergleich zu traditionellen globalen Fixed Income-Anlagen eine höhere Renditechancen und geringere Korrelationen bieten (insbesondere in einem Umfeld fallender Zinsen) und stellen zudem eine weitere Diversifikationskomponente dar. In diesem Beitrag beleuchten wir, was Pensionseinrichtungen über die verschiedenen europäischen Private Credit-Segmente wissen sollten.

Private Credit: Eine schnell wachsende Anlageklasse

Private Credit wird allgemein als Kreditvergabe ausserhalb des traditionellen Bankensektors definiert. Während diese Anlageform lange als Nischenalternative galt, zählt sie heute – auch infolge des Rückzugs von Banken aus dem Mid Market- und Spezialfinanzierungsbereich aufgrund regulatorischer Anforderungen – zu den am schnellsten wachsenden institutionellen Anlageklassen in Europa.

Zu den typischen Eigenschafen von Private Credit-Anlagen im Vergleich zu börsengehandelten Kreditanlagen zählen ein attraktives Ertrags- und Gesamtrenditepotenzial infolge geringerer Liquidität, eine vorrangige Stellung in der Kapitalstruktur zum Werterhalt im Falle einer Restrukturierung, besicherte Ansprüche auf das Unternehmensvermögen zur Unterstützung des Kapitalerhalts sowie variabel verzinsliche Kupons mit geringer Zinssensitivität.

Private Credit-Anlagen unterscheiden sich vor allem durch ihre zugrunde liegenden Liquiditäts- und Risikoprofile, was zu unterschiedlichen Investmenterfahrungen und unterschiedlichem Renditepotenzial führt. 

Collateralised Loan Obligations (CLOs): Massgeschneidertes Risikoengagement

CLOs sind aktiv verwaltete Portfolios aus vorrangig besicherten Leveraged Loans, die in verschiedene Tranchen gebündelt sind und gemäss einer festgelegten Reihenfolge Cashflows an Investoren ausschütten. Zins- und Tilgungszahlungen fliessen zunächst an die ranghöchsten Tranchen, während nachrangige Schuldtitel sowie Equity Tranchen Verluste absorbieren, bevor vorrangige Investoren betroffen sind. 

CLOs können Investoren eine attraktive Kombination aus Diversifikation, strukturellen Vorteilen und variabel verzinslichen Erträgen bieten. Ziel dieser Anlagevehikel ist es, den Spread zwischen den Zinserträgen der zugrunde liegenden Kredite und den Zahlungen an die Investoren zu nutzen – und so das Potenzial für attraktive Renditen zu schaffen.

Anleger können ihr individuelles Risiko-Rendite-Profil gezielt steuern, indem sie entweder in die vorrangigen Tranchen investieren, die in der Regel ein geringeres Risiko und niedrigere Renditen bieten, oder in die nachrangigen und Equity-Tranchen, die im Gegenzug für ein höheres Risiko ein höheres Renditepotenzial eröffnen.

Breit syndizierte Kredite: Skalierbarkeit und Liquidität

Ein syndizierter Kredit ist eine gemeinschaftliche Finanzierungsvereinbarung, bei der ein Konsortium von Kreditgebern einem einzelnen Kreditnehmer – etwa einem Unternehmen, Grossprojekt oder Staat – Kapital bereitstellt. Diese Struktur kommt dann zum Einsatz, wenn der Finanzierungsbedarf die Kapazität eines einzelnen Kreditgebers übersteigt oder spezifische Expertise in einer bestimmten Anlageklasse erforderlich ist. Durch die Bildung eines Konsortiums können Kreditgeber ihre Risiken diversifizieren und gleichzeitig Zugang zu grossvolumigen Finanzierungen erhalten, die für einzelne Institute nicht darstellbar wären.

Da sie von Banken initiiert und an institutionelle Anleger vertrieben werden, bieten syndizierte Kredite hohe Liquidität und Skalierbarkeit, gestützt durch einen etablierten Sekundärmarkt.

In Phasen erhöhter Ausfallraten hat der vorrangige und besicherte Rang von Krediten an der Spitze der Kapitalstruktur historisch zu relativ stabilen Renditen, höheren Rückzahlungsquoten und geringerer Volatilität im Vergleich zu nachrangigen Schuldtiteln geführt.

Direct Lending: Zusatzrendite aus Spread-Prämie

Direct Lending ist die direkte Bereitstellung von Fremdkapital an Unternehmen ohne Einbindung eines Vermittlers. Aufgrund ihrer geringeren Liquidität und des fehlenden Sekundärmarkts bieten sie in der Regel eine Spread-Prämie (Risikoaufschlag) von etwa 100 bis 300 Basispunkten gegenüber syndizierten Krediten. Kreditgeber halten den Kredit üblicherweise bis zur Rückzahlung oder Fälligkeit.

Da es sich beim Direct Lending um einen Buy-and-hold-Ansatz handelt, findet kaum aktiver Handel mit einzelnen Krediten statt, wodurch die mit marktwertbasierten (Mark-to-Market) Preisschwankungen verbundene Volatilität weitgehend entfällt. Die Direct Lending-Dokumentation ist in der Regel stark massgeschneidert, da sie die spezifischen Risiken jedes einzelnen Kreditnehmers und jeder Transaktion abbildet, anstatt einem standardisierten „One-size-fits-all“-Ansatz zu folgen. Dies ist wichtig, da es den Kreditgebern eine grössere Kontrolle ermöglicht, etwa um eine Reduzierung der Verschuldung durchzusetzen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Mittelabflüsse zu begrenzen und den Wert der Sicherheiten zu erhalten.

Distressed Credit: Hohes Risiko-/Renditepotenzial

Distressed Credit umfasst Anlagen in vorrangige Kredite von Unternehmen, die zu einem deutlichen Abschlag auf den Nennwert gehandelt werden, in der Regel aufgrund einer wahrgenommenen fundamentalen Schwäche. Die Renditen werden durch Investitionen in Unternehmen erzielt, bei denen sich längerfristig und durch verschiedene Massnahmen erhebliches Aufwärtspotenzial erschliessen lässt. Da Distressed Credit typischerweise mit höherer Volatilität und Restrukturierungsrisiken verbunden ist, zählt diese Anlageklasse in der Regel nicht zu den Kernallokationen von Pensionseinrichtungen. Dennoch können Pensionseinrichtungen über kleinere Beimischungen innerhalb breiterer Private Credit-Strategien an ihrem hohen Renditepotenzial partizipieren.

Fallstudie: Strategische Kombination von Direct Lending und syndizierten Krediten im Upper Middle Market

Nur zur Illustration. Innerhalb des europäischen Private Credit-Markts kann die Kreditvergabe an grössere, kapitalstarke Unternehmen – dem sogenannten Upper Middle Market (UMM) – für Pensionseinrichtungen besonders attraktiv sein, da die Bilanzen dieser Unternehmen durch Stabilität und Stärke überzeugen. Upper Middle Market-Kreditnehmer – typischerweise Unternehmen mit einem EBITDA von mindestens 50 Mio. EUR – verfügen in der Regel über eine solide Kapitalausstattung und stabile Cashflows, was sie zu einer potenziell stabilen und verlässlichen Quelle variabel verzinster Erträge macht.

Dieses Marktsegment profitiert von einer Mischung unterschiedlicher Finanzierungsoptionen. Für einige Kreditnehmer ist die direkte Kreditvergabe (Direct Lending) aufgrund der Schnelligkeit, Sicherheit und Flexibilität dieser Finanzierungsform vorzuziehen. Andere bevorzugen aufgrund seiner Grösse und Preisgestaltung den Markt für syndizierte Kredite. Und viele werden je nach Preis- bzw. Spread-Differenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen den beiden Lösungen wechseln.

  • In Phasen schwacher Emissionstätigkeit im Markt für syndizierte Kredite weiten sich die Spreads für Neuemissionen aus (wie beispielsweise im Jahr 2022) wodurch die Aktivität im Direct Lending-Segment zunimmt.
  • Umgekehrt können einige Kreditnehmer aus dem Upper Middle Market in Zeiten, in denen der Markt für syndizierte Neuemissionen stark ist und die Spreads sinken (wie im Jahr 2024 zu beobachten war),  vom Direktkreditmarkt in die syndizierten Märkte wechseln.

Diese duale Strategie ermöglicht es Investoren, sowohl die Illiquiditätsprämie des Direct Lending zu vereinnahmen als auch von der Liquidität und Skalierbarkeit syndizierter Kredite zu profitieren. Darüber hinaus können vorrangig besicherte europäische Upper Middle Market-Kredite eine direkte Diversifikation für Portfolios bieten, die überwiegend aus festverzinslichen Obligationen bestehen, indem sie ein variabel verzinsliches Engagement mit eigenständigen Renditetreibern einführen. Diese Diversifikation trägt dazu bei, die Zinssensitivität zu reduzieren, und kann die Widerstandsfähigkeit des Portfolios in unterschiedlichen Zinsumfeldern unterstützen.

Für einen tieferen Einblick in den Upper Middle Market lesen Sie unser Whitepaper: Argumente für den europäischen Upper Middle Market

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Private Credit

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Private Credit-Investmentstrategien

  • Wesentliche Risiken

    Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.

    Wichtige Informationen

    Stand der Daten: 05.05.2026

    Dies ist Marketingmaterial und kein Anlagerat. Es ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anlageklasse, eines Wertpapiers oder einer Strategie gedacht. Regulatorische Anforderungen, die die Unparteilichkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen verlangen, sind daher nicht anwendbar, ebenso wenig wie das Handelsverbot vor deren Veröffentlichung. Die Ansichten und Meinungen beruhen auf den aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern.

    Alternative Anlageprodukte können mit hohen Risiken verbunden sein, gehebelte Investments tätigen und andere spekulative Anlagepraktiken verfolgen, die das Verlustrisiko erhöhen können. Sie können hochgradig illiquide sein, müssen Investoren möglicherweise keine regelmässigen Preis- oder Bewertungsinformationen zur Verfügung stellen, können komplexe steuerliche Strukturen und Verzögerungen bei der Weitergabe wichtiger Steuerinformationen mit sich bringen. Sie unterliegen nicht den gleichen regulatorischen Anforderungen wie Investmentfonds und erheben häufig höhere Gebühren, die etwaige Handelsgewinne aufzehren können. In vielen Fällen sind die zugrunde liegenden Investments zudem nicht transparent und nur dem Investmentmanager bekannt.

    EMEA5538540/2026