Artikel Umsetzung der Reformen steht im Mittelpunkt bei der Altersvorsorge

Graham Hook
Georgina Taylor
und
Unscharfe Fußgänger in einem modernen Büroflur mit Glasgebäuden und Spiegelungen. Im Hintergrund ist die Tower Bridge in London zu sehen.

Kurz zusammengefasst

  • In Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland geht die Rentenpolitik von der Planungs- in die Umsetzungsphase über. 

  • Umsetzungsrisiken sind nun genauso wichtig wie die politische Richtung, insbesondere für Governance-Strukturen, die operative Infrastruktur und die Ergebnisse für die Versorgungsberechtigten.

  • Anbieter müssen ihre Investment- und Rentenkonzepte neu denken, da sich die Systeme zunehmend in Richtung beitragsorientierter Modelle, flexibler Auszahlungen und kapitalmarktbasierter Lösungen verschieben.

In Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland wechseln Pensionseinrichtungen von einer Phase intensiver Politikentwicklung in die Umsetzung. In diesem Beitrag beleuchten wir die zentralen Themen sowie die praktischen Implikationen für Entscheidungsträger im Pensionsbereich im jeweiligen Markt.

  • In Großbritannien müssen sich Pensionseinrichtungen (Trustees) auf Konsultationen im Zusammenhang mit dem Pension Schemes Act konzentrieren und gleichzeitig Systemanpassungen vornehmen, um das „Value-for-Money“-Reporting, Private Market-Investitionen und Auszahlungsstrategien umzusetzen.
  • In den Niederlanden müssen Pensionseinrichtungen wegen der Umstellung von leistungsorientierten auf beitragsorientierte Modelle ihre Anlagestrategien neu denken und einen größeren Fokus auf die Auszahlungsphase legen – mit flexibleren und variableren Einkommensverläufen anstelle von garantierten, lebenslangen Leistungen.
  • In Deutschland erfordert die geplante Einführung des Altersvorsorgedepots (AVD) zum 1. Januar 2027 eine grundlegende Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge hin zu stärker kapitalmarktorientierten Lösungen.

Reformen der DC-Rentensysteme in Großbritannien: Von der Planung zur Umsetzung

Der Pension Schemes Act 2026 wurde im April verabschiedet und markiert den Beginn einer intensiven Konsultations- und Umsetzungsphase zur leistungsorientierten Altersversorgung in Großbritannien. Im politischen Fokus stehen vier ineinandergreifende Themen: bessere Ergebnisse für die Mitglieder zu erzielen, Förderung von Skaleneffekten und daraus resultierende Anpassungen der Asset-Allokation, Einführung gesteuerter Altersvorsorgelösungen sowie ein umfassendes Paket an steuerlichen und regulatorischen Reformen.

Pensionseinrichtungen müssen jetzt auf Konsultationen reagieren, neue Offenlegungs‑ und Ruhestandsanforderungen vorbereiten und die Ausgestaltung der Versorgungssysteme so weiterentwickeln, dass sie in einem stärker ergebnisorientierten regulatorischen Umfeld bessere Ergebnisse für Versorgungsberechtigte ermöglicht.

Thema 1: Bessere Ergebnisse für die Versorgungsberechtigten

Ziel der Politik ist es, das beitragsorientierte „Value-for-Money“-Framework nach einer weiteren öffentlichen Konsultation noch vor Ende 2026 endgültig auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig wird das britische Arbeits- und Rentenministerium (DWP) Konsultationen zu Entwürfen für Vorschriften und Leitlinien für treuhänderische Rentenmodelle führen.

Für den Erfolg des Rahmenkonzepts ist von wesentlicher Bedeutung:

  • Kann das Rahmenkonzept den Fokus der Branche von „Kostenminimierung“ zu besseren Ergebnissen für die Versorgungsberechtigten verschieben?
  • Berücksichtigt das Rahmenkonzept Zielsetzungen der Vorsorgepläne und verschiedene Gleitpfade in den Ruhestand, anstatt einen Einheitsansatz zu verfolgen?
  • Ermöglicht es innovative Anlageansätze während des gesamten Altersvorsorge-Lebenszyklus, statt einer engen Orientierung an Benchmarks.?

Im Vorfeld der Frist für das VfM-Reporting im Jahr 2028 sollten Pensionseinrichtungen darüber nachdenken, wie sie ihre Anlagephilosophie angesichts des Drucks, sich stärker an der Benchmark oder der Vergleichsgruppe zu orientieren, beibehalten können, und wie die Versicherten auf die ersten Offenlegungen reagieren könnten.

Thema 2: Asset-Allokation – Umsetzung des Mansion House-Abkommens

Da das Mansion House-Abkommen vom Mai 2025 nun seit über einem Jahr in Kraft ist, müssen die Unterzeichner Fortschritte bei der Umsetzung der Zielallokationen bis 2030 nachweisen: Allokation von 10 % des verwalteten Vermögens in Private Markets-Anlagen, und davon 5 % in Großbritannien 

Nach Änderungen im House of Lords (Oberhaus) wurde die Befugnis der Regierung, im Rahmen des Abkommens die Asset-Allokation vorzuschreiben, erheblich eingeschränkt.  Dennoch sollten die Gremien die anstehenden Konsultationen genau beobachten. Insbesondere zur Frage, was unter „britischen Vermögenswerten“ zu verstehen ist.

Pensionseinrichtungen müssen die regulatorischen Offenlegungsanforderungen und mögliche Strafen mit den im Rahmen des Abkommens eingegangenen Pflichten in Einklang bringen. Besonders wichtig ist ein klarer Überblick über die langfristigen Ergebnisse für die Mitglieder und die Rolle, die verschiedene Private Markets-Anlagen bei deren Erreichung spielen können. Dazu zählt auch die Berücksichtigung von Private Markets-Anlagen in der Phase vor und nach dem Eintritt in den Ruhestand.

Thema 3: Renteneinkommen und neue Vorgaben für die Auszahlungsphase

Erstmals sind Pensionseinrichtungen verpflichtet, entweder intern oder über Drittanbieter einen „Standard“-Rentenpfad anzubieten, der auf ein regelmäßiges Ruhestandseinkommen ausgerichtet ist und zugleich Anlage‑, Langlebigkeits- und Sequenzrisiken für die Versorgungsberechtigten reduziert.

Das britische Arbeits- und Rentenministerium wird in Kürze Konsultationen zu den detaillierten Regelungen für gesteuerte Lösungen für den Renteneintritt führen.  Pensionseinrichtungen müssen daher rasch aktiv werden, um bis zum Ende der aktuellen Frist Ende 2027 Lösungen umzusetzen.

Zu den wichtigsten Überlegungen zählen nicht nur die Merkmale der einzelnen Anlagebausteine einer Lösung – wie Flexibilität, Wachstum, Ertrag, Liquidität usw. – , sondern auch, wie sich die Entscheidungen hinsichtlich der Altersvorsorgelösungen auf die Gleitpfade der Versorgungsberechtigten in den letzten Jahren der Ansparphase auswirken könnten.

Thema 4: Allgemeine steuerliche und politische Änderungen

Neben den politischen Änderungen hinsichtlich der Beitragsorientierung im Rahmen des Pension Schemes Act müssen sich die Gremien auch auf umfassendere Steuer- und Rentenreformen vorbereiten. Ende Oktober dürfte das „Pensions Dashboard Programme“ – im Zuge der finalen Anschlussfrist – bestätigen, wann das erste Dashboard voraussichtlich live gehen wird (ein digitales Online-Tool, das es Mitgliedern ermöglicht, all ihre Renteninformationen an einem Ort einzusehen). Pensionseinrichtungen sollten berücksichtigen, wie die Versorgungsberechtigten auf die im Dashboard bereitgestellten Informationen reagieren könnten, insbesondere in Bezug auf mehrere bestehende Rentenansprüche und Beitragssätze, und wie gezielte Unterstützungsmaßnahmen oder andere Interventionen dazu beitragen können, sie in Richtung günstiger Ergebnisse zu lenken.

Zudem sollten sich Pensionseinrichtungen auf deutliche Reaktionen der Mitglieder auf die zum 6. April 2027 in Kraft tretenden Änderungen der steuerlichen Behandlung von DC-Rentenansprüchen im Erbfall vorbereiten.

Die Pensionseinrichtungen erwarten ferner die Antwort des britischen Arbeits- und Rentenministeriums auf die jüngste Konsultation zur Treuhänderschaft und Governance. Eine Stellungnahme wird bis zum Jahresende erwartet und kann Vorschläge für regulatorische Änderungen beinhalten.

Das „Value-for-Money“-Framework markiert dabei einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg vom reinen Kostenfokus hin zur Erzielung klar definierter Ergebnisse. Dies beinhaltet die Abstimmung der Anlageziele und Produktauswahl sowie die transparente Darstellung verbesserter Ergebnisse für die Mitglieder - etwa wenn Pensionseinrichtungen beschließen, länger in Wachstumsanlagen investiert zu bleiben, was im weiteren Verlauf des Altersvorsorgezyklus komplexere Lösungen zum Kapitalerhalt erforderlich machen kann. Innovation ist auch bei der Neugestaltung der Gleitpfade erforderlich, um beispielsweise in den ersten Jahren des Ruhestands den Schwerpunkt auf die Abstimmung des Cashflows zu legen, anstatt das Risiko auf ein nach dem Eintritt in den Ruhestand überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren bestehendes Portfolio zu reduzieren, das aufgrund der Höhe des angesparten Kapitals und der Entscheidungen nach dem Eintritt in den Ruhestand nicht für jeden Versicherten geeignet ist.

Das Mansion House-Abkommen dürfte als wichtiger Treiber für eine verstärkte Allokation in Private Markets wirken. Die Festlegung der Anlageanforderungen für jede Private Markets-Allokation ist jedoch entscheidend, um die Ergebnisse für die Mitglieder langfristig zu verbessern. Private Markets-Anlagen leisten einen wichtigen Beitrag zu Wachstum und laufenden Erträgen, diversifizieren das Gesamtportfolio und können mit der richtigen Ausgestaltung von Altersvorsorgelösungen bis in die Entnahmephase hinein gehalten werden. Die Festlegung eines gemischten Ansatzes aus Wachstums- und Ertragsanlagen über das gesamte Spektrum von öffentlichen bis hin zu privaten Märkten kann kann dazu beitragen, Vermögenswerte gezielt zu kombinieren, um über einen langfristigen Zeithorizont sehr spezifische Anlageziele zu erreichen.

Die Herausforderung der neuen Anforderungen in der Entnahmephase besteht darin, Lösungen zu gestalten, die Flexibilität rund um ein zentrales Standard‑Portfolio ermöglichen. Die Entwicklung eines solchen Rahmenwerks kann dabei unterstützen, die geeigneten Bausteine zu identifizieren und miteinander zu kombinieren, die in ein zentrales Standard‑„Persona“-Portfolio (typisiertes Mitgliederprofil) integriert werden können, ergänzt durch alternative Personas für stärker engagierte Mitglieder. So kann beispielsweise der Bedarf an verzögert einsetzenden Einkünften oder der Wunsch nach einer flexiblen Einkommensquelle anstelle einer Rente die Asset-Allokation für jede vordefinierte Persona bestimmen. Dies ermöglicht Personalisierung bei gleichzeitiger Skalierbarkeit.

Steuerliche und politische Änderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des individuellen Verhaltens. Während das Renten-Dashboard die Sichtbarkeit des DC-Vermögens deutlich erhöhen wird, dürfte diese Transparenz allein nicht zwangsläufig zu optimalen Entscheidungen führen. Ohne ein klares Verständnis der verfügbaren Optionen handeln Menschen möglicherweise kurzfristig – beispielsweise indem sie Beträge entnehmen, die sie als „gering“ empfinden. Dies könnte die langfristigen Rentenergebnisse beeinträchtigen.

Mit gezielter Unterstützung lässt sich diese Lücke angehen, indem den jeweiligen Personen geeignetere Möglichkeiten aufgezeigt werden. Beispielsweise könnten geringere Beträge – insbesondere wenn sie Teil mehrerer Positionen sind – in Wachstumswerten investiert bleiben, sodass später im Ruhestand mehr Optionen und eine größere Flexibilität gewahrt bleiben.

Flexibilität wird immer wichtiger vor dem Hintergrund der sich ändernden Steuerregelungen, einschließlich der steuerlichen Behandlung von Erbschaften. Die Fähigkeit, Strategien im Laufe der Zeit an politische Veränderungen anzupassen, wird für Ruheständler zu einem entscheidenden Faktor werden. Daher ist es unerlässlich, ein Gleichgewicht zwischen Liquidität und langfristigem Wachstum – insbesondere bei ertragsstarken Anlagen – zu wahren, um sowohl die Anpassungsfähigkeit als auch eine nachhaltige Altersvorsorge zu gewährleisten.

Niederlande: Die Transformation gewinnt an Tempo

Das Gesetz über die künftige Altersversorgung (Wet toekomst pensioenen) gestaltet das niederländische Rentensystem weiter um. Zum 1. Januar 2026 sind etwa 9,5 Millionen Arbeitnehmer in Systemen versichert, die bereits mit der Umstellung auf das neue beitragsorientierte System begonnen haben, noch bevor die Frist am 1. Januar 2028 abläuft.

Der nächste wichtige Meilenstein wird voraussichtlich im Januar 2027 erreicht, wenn eine zweite Welle von Fonds die Umstellung vollziehen soll. Der Einfluss dieser zweiten Welle auf die Märkte wird sehr genau beobachtet werden, insbesondere die Neupositionierung und potenzielle Reduzierung langfristiger Anleihe- und Swap-Positionen, die den bisherigen, leistungsorientierten Absicherungsansatz getragen haben.

Für die Anbieter bedeutet die Umstellung auf die Beitragsorientierung ein grundlegendes Umdenken. In einem leistungsorientierten System bleiben die Renten größtenteils im Hintergrund. In einem beitragsorientierten System sind die Ergebnisse viel sichtbarer und persönlicher. Der Schwerpunkt verlagert sich von der Festlegung  eines Vermögensmixes, der in erster Linie von Finanzierungs- und Verbindlichkeitsaspekten bestimmt wird, hin zur gemeinsamen Definition des angestrebten Rentenergebnisses mit den Versorgungsanwärtern und der Auswahl der Anlagen, die dieses Ziel unterstützen.

Die Anbieter müssen zudem die Gestaltung des Gleitpfads genauer betrachten. Anstelle einer automatischen Risikominderung können Rentensysteme nun länger als im leistungsorientierten Modell in Wachstumsanlagen investiert bleiben. Sie können zudem der Rolle von Private Markets-Anlagen im Portfolio mehr Gewicht geben, sofern sie einen genauen Überblick darüber haben, was jede Anlageklasse liefern soll – von Diversifikation und Wachstum bis zu stabilen Cashflows.

Die Umstellung auf die Beitragsorientierung erfordert ein grundlegendes Umdenken der Anlagebausteine der niederländischen Rentensysteme. Künftig wird ein größerer Fokus darauf liegen, so lange wie möglich ein Wachstum der beitragsorientierten Anlagen fortzusetzen, um nachhaltige und angemessene Einkommensströme für in den Ruhestand eintretende Menschen zu ermöglichen.

Dieser Wandel wird eine Neudefinition der herkömmlichen Gleitpfade erfordern – weg von einem Modell mit Ausrichtung auf Risikominimierung durch festverzinsliche Wertpapiere hin zu einem Modell, das für die Risikominderung einen ausgewogeneren Mix aus wachstums- und ertragsgenerierenden Anlagen heranzieht. Das Ziel besteht nicht lediglich in der Kapitalerhaltung, sondern in der Optimierung der langfristigen Ergebnisse durch die Beibehaltung eines Engagements in renditeorientierten Anlagen bei gleichzeitiger Erzielung stabiler Einkommen.

Private Markets-Anlagen dürften in diesem sich ändernden Umfeld eine wichtige Rolle spielen. Sie bieten das Potenzial, die Erträge zu steigern, diversifizierte Wachstumsquellen bereitzustellen und Einkommensströme zu liefern, die die Cashflows für den Ruhestand unterstützen können. Deshalb sind sie gut positioniert, um sowohl öffentliche Wachstumsanlagen als auch herkömmliche Einkommensstrategien zu ergänzen.

Entscheidend ist, dass Pensionseinrichtungen ihre Renditeanforderungen sowie die angestrebten Mitgliederergebnisse klar definieren. Die Schaffung eines soliden Rahmens – der auf klar definierten Rendite-, Einkommens- und Risikozielen basiert – ermöglicht den Aufbau von Portfolios, die die am besten geeignete Kombination von Bausteinen enthalten, wobei der Schwerpunkt auf dem Ergebnis liegt und nicht auf der Anlageklasse. Diese Klarheit wird entscheidend sein, um sicherzustellen, dass die Gestaltung der Investitionen weiterhin auf die Bedürfnisse der Mitglieder abgestimmt ist, während gleichzeitig die Flexibilität gewahrt bleibt, sich an veränderte Marktbedingungen und politische Rahmenbedingungen anzupassen.

Deutschland Das Ende von Riester und der Beginn des Altersvorsorgedepot

Der Deutsche Bundestag hat am 27. März 2026 das Altersvorsorgereformgesetz beschlossen, das zum 1. Januar 2027 die seit Langem kritisierte Riester-Rente durch ein neues Altersvorsorgedepot (AVD) ersetzt. Der Bundesrat hat dem Gesetz am 8. Mai 2026 zugestimmt.

Das Altersvorsorgedepot ist ein Paradigmenwechsel. Erstmals können staatlich geförderte Altersvorsorgebeiträge in Deutschland in ETFs, Aktien und aktiv verwaltete Fonds ohne eine verpflichtende Kapitalgarantie von 100 % investiert werden.

Derzeit gibt es rund 16 Millionen Riester-Verträge, und ab 2027 werden keine neuen Riester-Produkte mehr zugelassen. Der Übergang zu AVD-konformen Lösungen stellt eine erhebliche Marktchance dar - gleichzeitig stehen die Anbieter unter erheblichem Zeitdruck bei der Umsetzung.

Während Anbieter neue kapitalmarktorientierte Lösungen entwickeln, müssen sie nicht nur den optimalen Anlagemix für die Ansparphase berücksichtigen, sondern auch den Übergang in den Ruhestand (Gleitpfad) - insbesondere für jene, die eine gemanagte Entnahmephase anstatt einer lebenslangen Rentenzahlung (Annuität) anstreben.

In Deutschland dürfte der Fokus im Rahmen der neuen kapitalmarktbasierten privaten Altersvorsorge zunächst auf wachstumsorientierten Anlagen liegen, gestützt auf Value-for-Money-Prinzipien. Ziel ist eine stärkere Teilhabe an der Dynamik der Aktienmärkte sowie ein höheres Renditepotenzial im Vergleich zum bisherigen System.

Eine ausschließliche Konzentration auf Wachstum birgt jedoch die Gefahr, dass die umfassendere Herausforderung übersehen wird, Menschen sowohl auf dem Weg in den Ruhestand als auch während der Auszahlungsphase zu unterstützen. Effektive Rentenergebnisse erfordern nicht nur gut konzipierte Anlagestrategien, sondern auch ein solides Engagement – dieses ist genauso wichtig wie die Konstruktion des zugrunde liegenden Portfolios selbst.

Die drei verfügbaren Produktvarianten – volle Kapitalgarantie, 80-Prozent-Garantie und keine Garantie – erfordern jeweils unterschiedliche Anlagebausteine. Höhere Garantien schränken das Wachstumspotenzial naturgemäß ein und erfordern einen stärkeren Einsatz von Strategien zum Kapitalschutz und zur Absicherung. Lösungen ohne Garantie bieten deutlich mehr Flexibilität bei der Allokation in wachstumsorientierte und ertragsstarke Vermögenswerte.

Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, diese Bausteine innerhalb eines klaren und soliden Rahmens zu definieren. Ein solcher Rahmen sollte die Ausgestaltung von Garantien, Renditeziele und Risikotoleranz mit einer geeigneten Mischung aus Wachstums-, Ertrags- und defensiven Anlagen verknüpfen. Dies wird nicht nur eine einheitliche und skalierbare Lösungsgestaltung unterstützen, sondern auch sicherstellen, dass Portfolios in den verschiedenen Phasen des Altersvorsorgezyklus auf die Bedürfnisse der Sparer abgestimmt bleiben.

Gemeinsam Herausforderungen angehen

Während Pensionseinrichtungen auf die Umsetzung dieser Reformen hinarbeiten und Anpassungen in der Asset-Allokation evaluieren, werden sicherlich Herausforderungen auftreten: etwa im Hinblick auf die Liquidität in Private Markets, eine intensivere Prüfung von Preisgestaltung und Bewertung sowie die Produktgestaltung für die Auszahlungsphase. Das Expertenteam von Invesco steht Ihnen in diesem sich wandelnden Umfeld mit fundierten Insights und umfangreichen Investmentkompetenzen als verlässlicher Partner zur Seite. 

  • Wesentliche Risiken

    Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.

    Wichtige Informationen

    Stand der Daten: 22. Mai 2026. Dies ist Marketingmaterial und kein Anlagerat. Es ist nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anlageklasse, eines Wertpapiers oder einer Strategie gedacht. Regulatorische Anforderungen, die die Unparteilichkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen verlangen, sind daher nicht anwendbar, ebenso wenig wie das Handelsverbot vor deren Veröffentlichung.

    Die Ansichten und Meinungen beruhen auf den aktuellen Marktbedingungen und können sich jederzeit ändern.