Vor dem Hintergrund weiterhin attraktiver Renditen im Private Market-Segment, sich verbessernder Kapitalmarktbedingungen und günstiger regulatorischer Rahmenbedingungen verfeinern britische und europäische Versicherer ihre Private Market-Allokationen weiter – mit klarem Fokus auf Ertragsstabilität, Kapitaleffizienz und der Ausrichtung an ihren Verbindlichkeiten.
Private Credit
Wir bleiben konstruktiv für Private Credit (Senior Direct Lending), da sich die Transaktionsaktivitäten im Private Equity-Bereich stetig verbessern und längere Haltedauern eine anhaltende Finanzierungsnachfrage unterstützen. Angesichts seiner defensiven Eigenschaften, seines variablen Zinsprofils und der stärkeren Spreads gegenüber öffentlichen Krediten ist Private Credit für Versicherungsportfolios nach wie vor besonders attraktiv.
Auch Immobilien- und Infrastrukturkredite sind attraktiv: Real Estate Debt profitiert von einem sich stabilisierenden Aktienmarkt und hohen laufenden Erträgen, während Infrastrukturkredite durch langfristige strukturelle Trends wie Digitalisierung und Energiewende gestützt werden. Zusammengenommen bieten diese Strategien Versicherern attraktive risikobereinigte Renditen und starke Kapitalrenditen im Rahmen des Solvency Regimes.
Private Equity
Wir bleiben bei Private Equity untergewichtet, was die im Vergleich zu Private Credit höhere Kapitalintensität und geringere Bilanzeffizienz widerspiegelt. Die Wiedereröffnung der Kapitalmärkte und die Alterung des „Dry Powder“ führten im zweiten Halbjahr 2025 zu einer beschleunigten Kapitalallokation, was zunehmend selektive Chancen im Bereich Leveraged Buyouts und Wachstumsstrategien eröffnen dürfte.
Vorgeschlagene Änderungen am Long-Term-Equity-(LTE)-Rahmenwerk unter Solvency II, die bis Januar 2027 erwartet werden, könnten die Kapitaleffizienz qualifizierter Eigenkapitalinvestitionen deutlich verbessern und damit selektive Aufstockungen strategischer Private Equity-Allokationen unterstützen.
Real Assets (Sachwerte)
Wir erhöhen unser Engagement in Real Assets leicht, insbesondere in Immobilien und Infrastruktur, da sich die Bewertungen stabilisieren und die Transaktionsaktivität zunimmt.
- Im Immobilienbereich begünstigt eine zunehmend ertragsorientierte Erholung Core- und Core Plus-Strategien, die durch nachhaltige Erträge und ein robustes Wachstum des Nettobetriebsergebnisses (Net Operating Income) überzeugen – ein attraktives Profil in einem Umfeld mit langsamerem Wachstum und höheren Zinsen.
- Für britische und europäische Lebensversicherer stellt Infrastruktur weiterhin eine wichtige strategische Allokation dar. Sie wird durch langfristige Impulse wie die Digitalisierung, den Ausbau von Rechenzentren sowie den Bedarf an Stromerzeugung und -übertragung gestützt. Dabei liefert sie stabile, langlaufende und oft inflationsgebundene Cashflows, die ideal auf Rentenverbindlichkeiten abgestimmt sind.
Aus Sicht der Solvabilität bleiben Infrastruktur, Immobilienkredite und Kernimmobilien nach wie vor kapitaleffizienter als Aktien, wobei die LTE-Reformen die Behandlung zulässiger Infrastrukturaktien möglicherweise weiter verbessern könnten.