Das bedeutet nicht, dass ETFs in jedem Fall die beste Lösung sind. Futures können dort sinnvoll sein, wo liquide Kontrakte existieren und die Kosten geringer ausfallen. Indexfonds oder Mandate eignen sich unter Umständen besser für strukturelle oder hochgradig maßgeschneiderte Engagements. Für Pensionseinrichtungen mit zunehmend dynamischeren Allokationsanforderungen können ETFs jedoch eine wertvolle Ergänzung des langfristigen Instrumentariums sein.
Regulatorische Entwicklungen erweitern zudem die Einsatzmöglichkeiten von ETFs für Versicherungen (general Accounts). Die jüngsten und vorgeschlagenen Solvency-II-Reformen dürften die Kapitalanforderungen für bestimmte Senior-Verbriefungspositionen, einschließlich Collateralised Loan Obligations (CLOs) mit AAA-Rating, um bis zu 70 % bis 80 % senken. Infolgedessen dürfte Structured Credit für europäische Versicherer potenziell weiter an Bedeutung gewinnen.
Während ETFs schon heute Transparenz bieten und Look-Through-Ansätze unterstützen, ist die Anwendung reduzierter Kapitalanforderungen für CLO-ETFs mit AAA-Rating an die Erfüllung der Solvency-II-Look-Through-Anforderungen gebunden und hängt von der Fähigkeit des Versicherers ab, regelmäßig auf die zugrunde liegenden Bestände zuzugreifen und diese zu melden.
Sind diese Bedingungen erfüllt, können CLO-ETFs mit AAA-Rating Versicherern einen effizienten und transparenten Zugang zu den Vorteilen dieser Anlageklasse bieten – darunter attraktive Renditen, eine historisch geringe Ausfallrate und Diversifikationspotenzial – während sie gleichzeitig die Look-Through-, Liquiditäts- und Governance-Anforderungen unterstützen.
Asset Manager erweitern das ETF-Instrumentarium für institutionelle Anleger
Für einige institutionelle Investoren geht das Potenzial von ETFs über den reinen Ersatz eines passiven Engagements hinaus. Auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten jenseits marktkapitalisierungsgewichteter Beta‑Exposures entwickeln Asset Manager Strategien, die institutionellen Anlegern den Zugang zu traditionell schwer erschließbaren Marktsegmenten ermöglichen – etwa zu Contingent Convertible Bonds (CoCos), AT1‑Instrumenten oder Teilen des High‑Yield‑Marktes. Darüber hinaus gewinnen aktiv gemanagte, thematische und faktorbasierte Strategien an Bedeutung, da sie zusätzliche Alphaquellen erschließen und die Effizienz in der Portfoliokonstruktion erhöhen können.
Neben dem Zugang zu spezifischen Marktsegmenten haben Asset Manager auch fortschrittliche Replikationsmethoden durch synthetische ETFs entwickelt. Bei einem synthetischen ETF hält der Fonds einen Wertpapierkorb und bildet die Indexrendite über einen Swap ab, anstatt alle Indexbestandteile direkt zu halten, wie es bei physischen ETFs der Fall ist. Diese synthetische Struktur kann eine geringere Tracking-Differenz im Vergleich zu physischen ETFs aufweisen, was in erster Linie auf die 0 %‑Quellenbesteuerung von US‑Dividenden im Rahmen dieser Replikationsmethode zurückzuführen ist.
Ein Beispiel ist der Invesco MSCI World UCITS ETF Acc* (MXWS) – ein synthetischer ETF, der die Nettogesamtrendite des MSCI World Index abbilden soll, indem er einen Wertpapierkorb hält und Swaps einsetzt. Seit 2018 hat er die durchschnittliche Wertenwicklung physischer ETFs1 vor Gebühren um 0,05 % pro Jahr übertroffen. Hauptgrund hierfür ist die 0 %-Quellenbesteuerung auf US‑Dividenden, die sich deutlich von der bei physischen Fonds erzielbaren Quellensteuerquote von etwa 15 % unterscheidet.2 Gleichzeitig ist es für institutionelle Anleger wichtig, die Swap-Struktur, das Kontrahentenrisiko, die Transparenz und die Kosten vor einer Investition genau zu verstehen.
Bei einer Anlage in diesen Fonds handelt es sich um den Erwerb von Anteilen an einem passiv verwalteten, indexnachbildenden Fonds und nicht um den Erwerb der Vermögenswerte, die vom Fonds gehalten werden. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Die vollständigen Performance-Tabellen finden Sie untenstehend.
Lesen Sie hier die vollständigen Risiken.